My Funny Valentino

Eine Erbschaft in drei Teilen

Ein Stück über Rudolpho Valentino.
Ein Stück von Rudolpho Valentino, bitte!
Kein Stück über Rudolpho Valentino.

Premiere: 13. Mai 2017
Weitere Vorstellungen: 17./18. und 27. Mai, 1./2. und 17. Juni
Beginn: 20.00 Uhr

Mit Florian Carove und Stefan Lasko
Text/Regie : Dominic Oley
Bühne: Kaja Dymnicki
Kostüm: Katharina Unger

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Rudolpho Valentino:

Er war der schönste Mann der Welt.
Wild, südländlich, verwegen.
Der erste wirklich „männliche“ Stummfilmstar.
Die erste menschliche Projektionsfläche überhaupt.
Sein Erscheinen auf der Leinwand hat ihn selber auf eine gewisse Weise zu einer Leinwand gemacht!

Ein armer, italienischer Einwanderer mit reichen Träumen und einem kurzen, glanzvollen Auftritt
auf der noch taufrischen Weltbühne des Lichtspiels.

Was hat er hinterlassen?
Die Geschichte eines zielgerichteten, wunderschönen Karrieristen? Ein Jahrhundertgesicht?
Ein Phänomen?

Was ist von diesem „Sinnlichkeits-Aufwühler“, diesem, von den Studios und den Zuschauern total ikonisierten und sexualisierten Schauspieler geblieben?

Valentino und sein einst übergroßes Leinwand Alter Ego,
der Latin Lover, ist noch in den Tiefen eines kollektiven Kunstgedächtnisses vorhanden.
Andere folgten, die diese Funktion übernehmen werden- er war der Erste.

Sein Grab, ein von einer Freundin geborgtes Abteil- eine Pilgerstätte.
Seine Filme sind seltsame Fragmente, die unsere Sehgewohnheiten,
die allesamt kurzatmig und übersättigt sind, außen vor lassen.

Doch das Geschichtliche, die Geschichte an sich, ist zu spüren.
Seine Gesten und Blicke sind voll von Geschichtsfähigkeit und sprühen
vor Pioniergeist und Poesie.

Valentino und sein filmischer Kontext schaffen es
ohne Worte mehr zu erzählen, als viele der glatten, flach gemachten Streifen unserer Gegenwart,
die allesamt von ökonomischen Verwertungsstrategien durchzogen sind.

Valentino fehlt in unserer Gegenwart, aber wir fehlen auch.
Wir sind flach und leer gemacht, wie die digitale Information.
Kapital ist Zählen und sich sekündlich erneuern.
Zeit, oder sich Zeit lassen, ist keine Währung unserer Welt.
Unsere Zukunft ist eine total optimierte Gegenwart.

Die Lichter unserer Zeit:

Unsere Filme und Bilder sprechen von pornographischer Gleichzeitigkeit.
Sie sind übervoll und undifferenziert, auch wenn sie vermeintlich vorgeben jede Seite aller Medaillen zu zeigen. Ihre Transparenz und ihr Reflex, alles immer zeig- und erreichbar zu machen, verweigern ihnen jegliches Geheimnis. Sie sind frei von edler Zurückhaltung und Würde.

Alles ist immer schon da und im gleichen Moment entwertet, weil es leer ist.
Leicht wie eine digitale Information, die kein Eigengewicht hat. Deren Event, deren Wert nur der des Sich-ständig-Erneuerns ist.

Jede vermeintlich politische Äußerung wird sofort von Verwertungs- und Lifestylemaschinen geschluckt und zu einem inhaltsfreien Abziehbild, zu einem leeren, hedonistischen Gestus gemacht – „ge-Labelt“ -, die nichts weiter darstellt und hinterlässt, als ihr kurzzeitiges Erscheinen.

Was zeigt uns also Valentino, in seiner fast vorhandenen Abwesenheit?
Er lässt uns zum Vorschein kommen. Und wir sehen, dass wir fast nicht mehr da sind, obwohl wir noch da sind.

Wir interagieren als die liberalisierteste Gesellschaft auf dem Parkett des freien Marktes,
der unfreier und antisozialer nicht sein kann.
Wir haben uns die absolute Freiheit genommen alles aus uns zu subtrahieren,
was als Geschichte erscheinen könnte.

Die Geschichte ist langsames Wachsen, bedachtes und mutiges Handeln,
Beharrlichkeit und Größe.

Die Effizienz und die Selbstoptimierung und der damit verbundenen Abbau demokratischer Aufmerksamkeit sind Motive, aber keine Geschichte.

Valentino hat Geschichte gemacht, in dem er etwas zum ersten Mal getan hat.
Er hat Menschen bewegt.
Sie aus ihren Häusern bewegt.
Er hat Massen dazu bewegt ihre Sehnsüchte vor seine Füße zu legen.
Er hat Politik an sich versammelt.
Er hat Menschen das Staunen gebracht.
Wir staunen nicht mehr.
Uns sind die Objekte des Staunens abhanden gekommen.
Es gibt für uns keine Valentinos mehr.

Das sind die Themenfelder, die das Stück in drei Teilen durchziehen.

Dramaturgie:

Im ersten Teil des Abends, ein Stand up Act, ein feuriger Monolog,
nimmt das Stück versteckt Motive aus Valentinos Leben auf.

Unsere postmoderne, menschliche und soziale Konstitution spiegelt sich in seiner Abwesenheit.
Die Figur, die wir begleiten, Florentino Vally, ist ein Stand-up Comedian und arbeitsloser Tanzlehrer. Er redet sich in einem wild-assoziierten, zeitkritisch-humoristischen Monolog um Kopf und Kragen. Er ist am Ende. Scheidung. Karriereknick. Leistungsdruck- Postdemokratische Zustände an allen Ecken!

Im zweiten Teil beginnt plötzlich ein fiktiver Kriminalfall im Jahre 1922.
Der tote Valentino, in seiner Villa am Mulholland Drive. Wurde er ermordet? Gift? Eifersucht? Selbstmord mit Todesfolge? Selbst im Tod schafft er Platz für Geschichte und sinnliche Spekulation. Die zwei Polizisten, die sich am Tatort einfinden, steigen auf den Grund ihrer Seelen herab, um Valentino dort zu finden.
Der dritte Teil des Abends lässt Valentino, als transzendentales, als poetisches Projektionsflächenwesen zu Wort kommen.
Er stöbert in seinen Beileidstelegrammen. Schaut sich seine opulente Beerdigung an.
Er lässt sein Leben Revue passieren!
Sieht seinem Vergessen werden entgegen.
Die Gedanken von einem, der für die Ewigkeit gemacht worden ist.
Die Ewigkeit in den Köpfen, nicht auf den digitalen Festplattenstationen.
Man kann verschwinden und trotzdem bleiben.
Man sollte aber nicht bleiben und gleichzeitig nicht mehr da sein.

My Funny Valentino.

Eine Liebeserklärung an einen Lichtspielmagier.
An einen sozialen Pionier.

Und eine Ode und Aufforderung an das Staunen, an den Blick, der sein Objekt anschaut und es liebt, ohne es auszubeuten. Eine Aufforderung mit seiner Zeit vorhanden zu sein.
Ein anti-ökonomisches, dramatisches Gedicht.

Ein humor- und kunstvoll philosophischer Abend, voller Tempo, Gedankenkaskaden und Poesie.

Wir stellen alle Fragen zu Rudolpho Valentino!
Vor allem die, auf die sie bei Google keine Antwort finden.

Dominic Oley

1980 in Meerbusch (Deutschland) geboren, Ausbildung am Max Reinhardt Seminar in Wien,
seit 2009 als freier Autor, Regisseur, Schauspieler und Musiker in Wien tätig.
Regiearbeiten am Schauspiel Essen, TAG Wien, Schauspielhaus Wien, Landestheater
Sankt Pölten und Wiener Wortstätten.

spielt am Theater in der Josefstadt.
zahlreiche Film und Fernsehauftritte.

Auszeichnung zum besten Nachwuchsschauspieler NRW
Gewinner des Newcomer- Wettbewerbes, Theater Drachengasse Wien,
Vontobel-Preisträger für „Liebe mich…“ (Text/Regie: Rene Pollesch),
Dramatikerstipendium der Literamechana.
2013 Nestroy-Nominierung als „Beste Nebenrolle“

Dominic Oley inszenierte zuletzt „Hom(m)e Alone“ am Bronski & Grünberg Theater (Text/Regie)


Florian Carove

geboren in Wien – Ausbildung am Konservatorium der Stadt Wien, Engagements u.a. am Statdttheater Klagenfurt, Theater der Jugend Wien, Theater in der Josefstadt, Theater Phönix Linz, Schauspielhaus Wien, Théâtre des Mathurins, Werk X
Gastspiele im Grand Théâtre de Luxembourg, am Berliner Ensemble, Melbourne Arts Festival, Edinburgh Theatre Festival, Sydney Opera House.

Zusammenarbeit mit Regisseuren wie u.a Stephanie Mohr, Günter Krämer, Otto Schenk, Hans Hollmann, Barrie Kosky, Michael Schachermaier, Hans Peter Cloos, Michael Sturminger.

2006 Nestroy-Nominierung als bester Nachwuchsschauspieler für die Rolle der Gwendolen in „Bunbury“, im Theater in der Josefstadt.

2014 Hauptrolle im französischen Kinofilm „Boys like us“ (Regie Patric Chiha)

Bekannt u.a. aus: „SOKO Donau“, „Altes Geld“ (Regie: David Schalko), „Copstories“Film, „Schlawiner“ (Regie: Paul Harather)

Nach “ Der Spieler“, unter der Regie von Alexander Pschill, ist „My funny Valentino“ seine zweite Arbeit am Bronski&Grünberg.

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