André Heller, Album „Spätes Leuchten“

VÖ: 15. November 2019 auf CD, Vinyl und digital

Cover und Fotos

„Spätes Leuchten“: Da untertreibt André Heller. Zwar hat sein neues Album, das diesen Namen trägt, einige Jahrzehnte auf sich warten lassen. Dafür verbreitet es ganz besonderen Glanz. 16 neue Titel. Gereift in André Hellers geheimnisumwitterten Notizbüchern. Von Musikern gemeinsam fertiggestellt, die Heller mit sicherer Hand um sich geschart hat und von denen er sich während der Aufnahmen im Frühjahr 2019 mindestens so inspirieren ließ, wie sie selbst von ihm inspiriert wurden.

Spätes Leuchten: André Heller kehrt zu seinen Wurzeln als Musiker zurück. Es gibt selbst dezidierte Heller-Fans, die sich nicht mehr daran erinnern können, dass der junge Heller von den späten Sechziger- bis zu den frühen Achtzigerjahren eine außerordentliche Karriere als Chansonnier und Liedermacher hingelegt hatte.
Längst ist André Heller eine kulturelle Institution. Die Liste seiner Verwirklichungen – von gigantischen Feuerwerken, Shows und Inszenierungen bis zu Gärten, Häusern und Wunderkammern – ist so lang, dass man eine seiner fundamentalen Qualitäten fast vergessen könnte: Hellers exquisites Können als weltgewandter Chansonnier deutscher (und wienerischer) Sprache.
Daran ist Heller zum Teil selbst schuld. Er beendete Anfang der achtziger Jahre seine überaus erfolgreiche Konzerttätigkeit mit einem Paukenschlag, um „Zeit für neue Abenteuer“ zu gewinnen. Den umfangreichen Katalog seiner Songs, Chansons und Couplets pflegte er seither nur mit zwei Ausgaben einer „Kritischen Gesamtausgabe“. Dazu kam das Album „Ruf und Echo“, auf dem junge Musiker Hellerlieder neu interpretierten. Ein Album mit neuen Liedern blieb Heller seinen Fans lange schuldig – bis jetzt.

Spätes Leuchten: Vom ersten Klang an ist Heller so unverkennbar, wie auch Dylan, Brassens, Dalla unverkennbar sind mit ihren Charakterstimmen. Wie sie ist Heller kein Virtuose des Kunstgesangs, aber ein unwiderstehlicher Erzähler von Geschichten. Geschichten, wie sie die deutsche Popmusik nie gekannt hat – außer vielleicht seinerzeit von Heller selbst.
Diese Geschichten zeichnen sich durch ihre literarische Sprache aus, die bunten oder auch pastellfarbenen Bilder, ihren textlichen und musikalischen Reichtum an Assoziationen, jedenfalls durch ihr außerordentliches spezifisches Gewicht. Heller hat eine Kollektion von Romanen in Songform geschrieben: Zusammen zeichnen sie das Panorama eines Lebens: seines Lebens.

Es ist nur logisch, dass Heller seinem „Späten Leuchten“ ein Fazit in Form eines Lieds voranstellt, das alle übrigen Lieder in ein warmes, großzügiges Licht taucht.
„Alles in allem“, singt Heller darin, „vom Glück verfolgt. Alles in allem gesegnet.“
Dieses Motto ist auf dem ganzen Album gegenwärtig. Wenn Heller sich an die irrlichternden Gespräche mit der alten Mutter erinnert, wenn er seine Hörer durch die Nacht geleitet oder über den Markusplatz in Venedig, wenn er den Heldenplatz besingt oder die Djemaa el Fna, den Platz der Henker in Marrakesch. Er lässt sich auf ein faustisches Gespräch mit dem Teufel ein, singt ein jüdisches Klage- und gleich auch noch ein jüdisches Hochzeitslied, eignet sich Songs von Claudio Baglioni und Jimmy Webb an und zitiert herzerweichend Otis Redding: „Try a little tenderness“ – gleich noch so ein Satz, den man mitnehmen möchte, einer von vielen.

Der musikalische Regisseur dieses Unternehmens ist Robert Rotifer. Der in England lebende Gitarrist, Sänger und Musikkenner übernahm die Aufgabe, gemeinsam mit André Heller die richtigen Klänge für dessen Lieder zu finden. Rotifer vergewisserte sich der Unterstützung von Musikern erster Güte, die Hellers Lieder mit den passenden Klangfarben ausstatteten: von Walther Soykas sentimentaler Knopfharmonika über Martin Kleins einfühlsames Klavier und die präzisen Trommelschläge von Ian Button, von Herbert Pixners samtweicher Trompete und der gewaltigen Stimme von Golnar Shahyar bis zur ergreifenden Oud von Marwan Abado. Dabei gelingt Rotifer mit den Beiträgen vieler anderer, beseelter Musiker das rare Kunststück, Hellers Lieder sowohl zeitgenössisch wie auch zeitlos klingen zu lassen.

Ist es ein Comeback? André Heller selbst sagt: Nein. Es hat einfach Zeit gebraucht, bis er sich als Person so verwandeln konnte, dass neue Lieder zu ihm fanden. Erfahrungen und Verdichtungen, Klärungen und sowohl poetische als auch spirituelle Reife. Es ist kein Alterswerk, dazu ist „Spätes Leuchten“ viel zu vergnügt und vital – aber es ist ein Lebenswerk: ein Werk, das nur an dieser Stelle von André Hellers Leben entstehen konnte.

 


Tracklisting:

01. Alles in Allem
02. Mutter sagt
03. Im Anfang woa dei Mund
04. In der Dunkelheit
05. Maybe It’s True
06. Woas ned so (feat. Ina Regen)
07. Die Wiener Judenkinder
08. Venedig
09. Papirossi
10. Du mein ich
11. Marrakech
12. Heldenplatz
13. Hab so Sehnsucht
14. Es gibt
15. Dem Milners Trern
16. My River

Cover und Fotos:

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