PompaDur, Album „Nur Spül´n?“

 

 

 

 

 

 

VÖ: 24. Mai 2019

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Treffen sich eine Juristin, ein Gitarrist und ein Drummer auf ein Bier und reden über die Welt…
So oder so ähnlich könnte man den Beginn von PompaDur beschreiben.

Aufgrund der bissig-provokanten Texte von Frontfrau Tina Hartig ergab sich die Musik von PompaDur fast zwangsläufig: Elemente aus Punk, Blues, Pop und Jazz vermischen sich mit erdigem Rock n ´Roll zu energiegeladenen Songs, die sich der Einordnung in ein Genre mit Vehemenz verwehren. Entgegen dem Zeitgeist „dem Publikum einfach eine schöne Zeit zu bereiten“ und entgegen dem Trend, sich vor allem mit sich selbst und der eigenen Innensicht auseinander zu setzen, transportieren die Songs von PompaDur eine klare Haltung. Mit viel Witz und Ironie werden unbequeme Themen angesprochen, denn – so PompaDur: Zurückhaltung ist das Privileg der Gerechtigkeit und die – so scheint es – ist weltweit eine bedrohte Spezies, die es zu verteidigen gilt! Die Geschichten, die erzählt werden, sind jedoch nicht nur der Phantasie entsprungen, sondern wurzeln in der beruflichen Vergangenheit der Texterin und Sängerin Tina Hartig: Die Juristin und Wirtschaftsprüferin verarbeitet in ihren Songs 20 Jahre der unmittelbaren Begegnung mit der Gier und dem Spiel um Macht und Einfluss, viele der besungenen Charaktere sind ihr tatsächlich begegnet und nicht immer hat die Wahrheit Regie geführt oder gar das „Gute“ über das „Böse“ gesiegt in den Gerichtsprozessen, die die Wirtschaftsjuristin selbst mit erlebt hat. Für eine, die dennoch an die Gerechtigkeit glaubt, verbleibt das Schreiben von Liedtexten als logische Konsequenz, um nicht wie so viele in ihrem Beruf dem Zynismus und/oder der einen oder anderen Droge – und wenn sie auch nur Lethargie heißt – zu verfallen.

Für die vielschichtige musikalische Umsetzung von PompaDur zeichnen die Musikprofis Andy Abraham und Nico Bernhardt verantwortlich. Ihnen ist es zu verdanken, dass die lyrische Systemkritik von Tina Hartig nicht nur im Kopf, sondern auch im Herzen ankommt und den Zuhörer mitnimmt auf eine Reise in eine Weltsicht, die den meisten in dieser Dimension verborgen bleibt.

Die beiden Vollblutmusiker haben es geschafft, dass der Zuhörer in der Sekunde atmosphärisch eintauchen kann in die unterschiedlichen Szenerien, die besungenen Gestalten, Figuren und Allegorien erwachen zum Leben, der Zuhörer wird zu einem Teil des Ganzen.

Nach ihrer Debut-EP haben sich PompaDur nunmehr auf ihrem neuen Album „Nur spül´n?“ dem Zeitvertreib des Spiel(en)s hingegeben und auf die Frage „Nur spül´n?“ ein ganzes Album voller Antworten produziert: „Geh, der wü doch nur spül´n!“

Am Boden liegend, den heißen Atem des Untiers an der Gurgel spürend, vernimmt man reglos und der Furcht gehorchend die Beschwichtigung. Leise und dennoch drängend dringt die Stimme durch den Schleier der Angst… „Der tuat nix, der wü doch nur spül´n!“… Na dann – wenn das so ist! Wer will schon als Memme sterben? Und so raffen wir uns auf, sehen dem Untier lachenden Auges ins zähnefletschende Gesicht und stellen uns vor, es wäre unser bester Freund, unser Beschützer, der Minotaurus, der uns nicht ins Labyrinth lockt, um uns zu fressen, sondern um uns die Unbillen einer aus den Fugen geratenen Welt zu ersparen. Und plötzlich wird die Chimäre zur Wirklichkeit und wir lassen uns treiben von dem Spiel, das Wirklichkeit heißt.

„Nur spül´n?“ scheint derzeit die Zustandsbeschreibung unserer Welt zu sein. Es scheint als ob der Genuss an der Ungewissheit des Spiels sich epidemisch ausbreitet: Staatsmänner spielen wieder einmal und immer wieder „Krieg und Frieden“, befeuert vom Monopoly der Globalisierung und dessen Treibstoffs, des Geldes. Die Bürger lassen ihnen unterdessen ihr abscheuliches Tun durchgehen, gefangen im Labyrinth des Untiers, eingelullt in die Vorstellung, die Bestie wäre ja eigentlich nur ein wolliges, weißes, harmloses Kaninchen, hervorgezaubert aus dem Zylinder der Macht. Ein Blick in das Innenfutteral dieses Zylinders offenbart den Zaubertrick: Unter dem Kaninchen, da lauert die Schlange.

Die Welt will betrogen werden und betrügen und zieht ihr schönstes Kleid in Form eines potemkinschen Dorfes an. „Geh, der wü doch nur spül´n!“ ist man im Angesicht der Schönheit dann verleitet, zu beschwichtigen. Überhaupt scheint die Beschwichtigung eine neue Kulturtechnik geworden zu sein – sie züngelt daher hinter der Bestie und relativiert, fordert die Ratio heraus, lässt uns vor Scham versinken ob unserer Panik, die doch so albern erscheint, wenn wir erst das Kaninchen sehen und nicht mehr die Bestie.

Doch das Spiel ist alles andere als ein spaßiger Zeitvertreib. Die Schachfiguren am Brett, das sind nicht die anderen, das sind wir selbst. Und im Zweifel reihen wir uns ein in die Schar der Bauern, wir sind es nicht, die beschützt werden vom Untier, nein, wir sind es, die das Untier beschützen. Doch halt – so pessimistisch darf man sich dem Leben nicht entgegenstellen. Wo doch das ganze Leben eigentlich nur ein Spiel ist! „Geh, der wü doch nur spül´n!“ schreit der Bauer dem Leben entgegen, bevor er sein eigenes Leben gibt für den König.

Musikalisch spannt sich der Bogen im Album „Nur spül´n?“ von der poetischen Ballade, die den Spirit der 68er mit „Hippie Dad“ besingt bis zu Rhythmen, bei denen jazziger 20iger Jahre Style mit modernen Dance Beats verschmelzen („Dämlich aber geil“). Und natürlich darf auch der musikalische „atomare Angriff“ in Form von rockigen Gitarrenriffs nicht fehlen und es donnern gleichermaßen elegante wie knochentrockene Gitarrensoli durch dunkles Dickicht. Wer glaubt, dies verscheuche das scheueste Reh, den belehrt die Geschichte vom „Oberförster“ eines Besseren.

Da der Zeitgeist ein Hund ist, entkommen auch PompaDur nicht dem derzeit angesagten 80iger Jahre-Revival: “AbraFUNK” Andy hat auf Bitten von Tina die WahWah-Gitarre entmottet und spielt dadaistischen zurückgenommenen Funk zum „Lackroten Stöckelschuh“.

Und weil PompaDur aus der Welthauptstadt der Hinterfotzigkeit, Wien, kommen, wo die Fusion von Gut und Böse zu einer allseits geliebten Kulturtechnik erblüht, dürfen die Lieder über diesen spezifischen Kontrast nicht fehlen. Denn erst wer sich an der Wiener Seele so richtig den Magen verdorben hat, ist an der Donau angekommen. Das Lied zum Thema liefern PompaDur mit „Ich bin“ (… so böse, aber nenn mich süß!).

Aber in Wien ist ja alles immer schon ewig und auf alle Zeit ein bisserl anders. Die Uhren laufen verkehrt herum, die Politik auch, die Gehirne sind verpickt vom Walzerschleim und eh man sich´s versieht, ist man mittendrin in der Melange aus Hinterfotzigkeit, Nonchalance und Verdrängungsbeseelung. PompaDur können aus ihrer Wiener Seele auch nicht raus und bevor sie sich auf die Couch legen, singen sie lieber über das „Borderline“, das ihre liebste Provinzweltstadt fest im Griff hat.

„Mord im Puppenhaus“ und „Puppenspieler“ bringen dem Hörer Gesellschaftskritik mit starker Bass- und Drumline und eindeutigen Textzeilen unverblümt näher, während die Geschichte vom „Wasti“ und dem Einzelfall ihre bittere Ironie und Bissigkeit in sanftes Rubato und lyrische Erzählkunst verpackt.

 

www.pompadur.at

Pressefotos:

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Hörproben:

Wasti

Mord im Puppenhaus

Dämlich, aber geil

Ich bin so böse

Oberförster

Borderline

Lackroter Stöckelschuh

Puppenspieler

Hippie Dad

Höllenball-Video: